Du sitzt seit Stunden am Konzept, hast drei Varianten verworfen und der Kunde wartet auf erste Ideen. Gleichzeitig stapeln sich die Bauantragsunterlagen, und für die Visualisierungen musst du wieder ein externes Büro beauftragen – Kosten, Abstimmungsaufwand, Wartezeit. Das eigentliche Entwerfen, das, wofür du Architektur studiert hast, bleibt dabei auf der Strecke. KI ändert das gerade grundlegend. Nicht irgendwann. Jetzt.
Konzeptvariationen in 10 Minuten statt in 10 Stunden
Die Konzeptphase ist der grösste Zeitfresser – und gleichzeitig der kreativste Teil deiner Arbeit. Genau hier hilft KI am meisten, weil sie dir nicht die Kreativität abnimmt, sondern den Anlaufwiderstand senkt.
Konkret funktioniert das so:
- Beschreibe Grundstück, Programm und Stimmung in drei bis vier Sätzen
- Bitte das Modell um drei konzeptionell unterschiedliche Ansätze mit je einer kurzen Begründung
- Lass dir Vor- und Nachteile jeder Variante gegenüberstellen
- Verfeinere den vielversprechendsten Ansatz in einem zweiten Prompt
Für erste visuelle Eindrücke ohne externen Dienstleister eignet sich Midjourney oder Adobe Firefly. Du gibst eine Beschreibung ein, bekommst Stimmungsbilder zurück – nicht als Bauzeichnung, aber als Kommunikationsmittel gegenüber dem Kunden. Viele Architekturbüros in Zürich und Bern nutzen das bereits für frühe Kundenpräsentationen.
Bauantragsunterlagen strukturiert und vollständig
Bauanträge sind notwendig, aber sie fressen Zeit, die du lieber anders investieren würdest. Jedes Projekt braucht wieder dieselben Angaben, Beschriebe, Begründungen – leicht variiert, aber grundsätzlich ähnlich.
Claude ist hier besonders stark, weil es längere Dokumente verarbeitet und konsistent strukturierte Texte produziert. Du gibst die Projektdaten ein – Nutzung, Flächen, Konstruktion, Umgebung – und bekommst einen strukturierten Baubeschrieb als Rohentwurf. Den passt du an, aber du fängst nicht bei null an.
Was sich in der Praxis bewährt hat:
- Baubeschrieb: Projektdaten als Stichpunkte eingeben, Claude schreibt den Fliesstext
- Umgebungsanalyse: Mit Perplexity aktuelle Zonenbestimmungen und Grenzabstände der jeweiligen Gemeinde recherchieren
- Begründungen für Ausnahmebewilligungen: Argumentationsstruktur von ChatGPT vorschlagen lassen, dann mit deiner Fachkenntnis schärfen
- Checklisten: Für jeden Kanton eigene Anforderungslisten erstellen lassen – einmal eingerichtet, immer wieder nutzbar
Wichtig: KI schreibt keinen rechtsverbindlichen Text für dich. Aber sie nimmt dir den grössten Teil der Schreibarbeit ab, sodass du nur noch prüfst und korrigierst statt von null beginnst.
Materialspezifikationen automatisch aufbereiten
Materialwahl, Produktdatenblätter, Herstellerangaben, Ausschreibungstexte – das ist ein weiterer Bereich, der überraschend viel Zeit kostet. Besonders wenn du für jeden Auftrag ähnliche Spezifikationen neu zusammenstellen musst.
Mit ChatGPT kannst du Ausschreibungstexte nach NPK-Struktur (Norm-Positions-Katalog) erstellen lassen. Du gibst das Material, die Verarbeitungsart und die Anforderungen an – das Modell liefert eine strukturierte Leistungsbeschreibung als Ausgangspunkt.
Noch einen Schritt weiter geht Perplexity für die Materialrecherche: Statt stundenlang auf Herstellerseiten zu suchen, fragst du direkt nach Produkten, die bestimmte U-Werte, Brandschutzklassen oder Nachhaltigkeitszertifikate erfüllen. Die Resultate kommen mit Quellenangaben, du kannst direkt nachprüfen.
Für wiederkehrende Projekte lohnt es sich, eine eigene Bibliothek aus bewährten Prompts aufzubauen – einmal formuliert, sparst du bei jedem neuen Projekt erneut Zeit.
So startest du in 24 Stunden
Du brauchst kein grosses Setup. Hier ist ein realistischer Einstieg für morgen:
- Jetzt: Kostenloses Konto bei Claude.ai erstellen (die kostenlose Version reicht für den Start)
- Heute Abend: Ein laufendes Projekt nehmen und den Baubeschrieb oder eine Konzeptbeschreibung als Prompt eingeben – einfach schauen, was rauskommt
- Morgen früh: Das Ergebnis mit deinem eigenen Text vergleichen – was ist brauchbar, was muss angepasst werden?
- Diese Woche: Einen Prompt entwickeln, der zu deiner typischen Projektgrösse passt, und ihn abspeichern
Der grösste Fehler wäre, auf das perfekte Setup zu warten. KI-Tools lernt man am besten durch Benutzen.
Bereit, mehr aus deiner Zeit zu machen?
KI ersetzt dein Fachwissen nicht – sie gibt dir die Zeit zurück, es sinnvoll einzusetzen. Weniger Schreibarbeit, weniger Rechercheaufwand, mehr Raum für das, was Architektur eigentlich ausmacht.
Wenn du tiefer einsteigen willst: konkrete Prompts, Workflows für Schweizer Baubewilligungsverfahren und eine Übersicht der besten Tools für Architekturbüros findest du im vollständigen Leitfaden. Den vollständigen KI-Leitfaden für Architekten findest du unter: https://maxdigital.ch/ki-fuer-architekten/
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